Donnerstag

21.00 Uhr Vortrag: Repression in Mexiko

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Freitag

18.00 Uhr Essen und Vortrag: Calais

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20.00 Uhr Vortrag: Ersatzfreiheitsstrafe

Knast statt Kneteabdrücken? Was soll ich da? Die paar Tage kann ich eh nix machen – hier draussen um so mehr…

Eines der vielen Argumente, die vor allem von so genannten sozialrevolutionären Linken kommt, wenn es um die Entscheidung „Geldstrafe“ (resp.Ersatzfreiheitsstrafe)statt Knast“ geht. Ob Solisaufen für die Freiheit von Y oder das direkte Bezahlen in den Justizfonds – heutzutage und hierzulande ist dies eine gängige Verhaltensweise geworden. Und akzeptieren damit das System der Bestrafung, unterstützen und festigen es. Denn mit der Anerkennung werden die anerkannt, die dieses System vorgeben, sprechen ihnen die Sanktionsgewalt zu. Die Funktion der Gefängnisse, eben noch in schönen Webseiten und nett layouteten Flugblättern hinterfragt, wird gleichzeitig von denselben verstärkt.

Die einen brechen aus, die anderen bezahlen durch das „Abdrücken der Knete“ die Reparatur der Gitter, finanzieren den Ausbau der Repressionsinstrumente. Der neue Schlagstock, der die einen trifft, ist von dem anderen finanziert. Sicher mag es auch verständliche Gruende geben, nicht in den Knast zu gehen – wo und wie auch immer.

Darueber wollen wir reden – aber auch über die Möglichkeiten, in dieser Zeit die revolutionäre Praxis, sozusagen die „Betriebsarbeit“ in den Knästen fortzusetzen, in dieser Zeit praktische Solidarität zu üben usw. – Dieser „Workshop“ gehört thematisch zum Samstagthema „Rebellion und Widerstand im Knast“

Autonomes Knastprojekt Köln

22.00 Uhr Film: „Down by Law“ von Jim Jarmusch

Samstag

10.00 Uhr Frühstück

11.30 Uhr „Kommunikation mit Gefangenen – Versuch einer Bilanz“ (Hamburg)

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13.00 Uhr Vortrag: Rebellion im Knast – Vom Alltagswiderstand zur Revolte

Wenn wir über Widerstand im Knast reden denken viele an Hungerstreik oder Revolten. Oftmals beklagen wir dann, dass es heute scheinbar so wenig Widerstand im Knast zu geben scheint. Revolten sind aber weder planbar, noch fallen sie vom Himmel. Sie sind nur möglich auf der Basis von Alltagswiderstand und einer gewissen Widerstandskultur in den einzelnen Knästen. Alltagswiderstand hat viele Gesichter und wird von uns draußen so gut wie gar nicht wahrgenommen. Die Weigerung, irgendwas zu unterschreiben. Ein Zugangsgespräch mit dem Psychologen oder Sozialarbeiter zu verweigern (was z.B. Bedingung für den Offenen Vollzug ist), ist genauso Widerstand, wie die Weigerung Zwangsarbeit zu leisten. Viele weigern sich auch die Doppelbelegung von Einzelzellen hinzunehmen, gehen dann lieber in Arrest. Manche zerlegen auch ihren Käfig. Für all diesen individuellen Widerstand hält das Knastsystem einen breiten Sanktionskatalog bereit.

Auch wenn wir uns natürlich den kollektiven Widerstand wünschen, sollten wir den individuellen nicht geringschätzen. Diese rebellischen Einzelkämpfer bilden im besten Fall den Kern einer Widerstandskultur. Mann (meine Erfahrungen kommen zwangsläufig aus dem Männerknast) kennt sich schließlich. Grade in den Langstrafenknästen, weißt du irgendwann sehr genau, wer sich grade macht und wer sich anpasst. Mein Beitrag basiert auf meinen eigenen Knasterfahrungen in unterschiedlichen Knästen. Ich werde schildern, wie ich Teil dieser Widerstandskultur wurde und wie es gelang aus dieser lockeren Widerstandskultur eine Gruppe zu entwickeln, die schließlich das Knastdach besetzen wollte. Leider kann ich jetzt in dieser kurzen Ankündigung nicht all zuviel vorwegnehmen, aber es geht auch um ne kritische Auseinandersetzung mit dem Kampfmittel Hungerstreik. Ich war sechseinhalb Wochen in einem indivualistischen Hungerstreik, was ich heute sehr kritisch sehe. Es geht aber auch um Sabotage bei der Zwangsarbeit, die Schaffung einer eigenen unzensierten Gegenöffentlichkeit durch Herausgabe einer Untergrundzeitung und vieles andere. Neugierig geworden?

Dann kommt doch einfach zu unserer DISKUSSIONSVERANSTALTUNG.
(Vorträge werden an der Uni gehalten, wir erzählen nur und wollen dann gemeinsam mit Euch diskutieren.)

Autonomes Knastprojekt Köln

15.30 Uhr Repression in Italien (ABC Berlin)
oder Informationen zu Sonja und Christian (angefragt)

ab 19.00 Uhr Essen

19.00 Uhr Lesung: „Solidarische Grüße aus dem Knast“
mit anschließender Diskussion zu „Gesellschaft ohne Knäste ?!“

Knast ist immer mit Isolation verbunden. Mit diesem Projekt möchten wir der herrschenden Isolation etwas entgegensetzen: Es soll Gefangenen ermöglichen, selbst über ihre Situation zu sprechen – und dadurch anderen Menschen einen Eindruck davon vermitteln, was Knastalltag bedeutet.
Mehr Infos auf http://knastbroschuere.blogsport.de/

Sonntag

10.00 Uhr Frühstück

11.30 Uhr Informationen zu den §129b StGB (Bildung einer kriminellen und terroristischen Vereinigung im Ausland) Prozessen gegen türkische AktivistInnen

Mehr Infos findet ihr auf http://no129.info

13.00 Uhr Veranstaltung zu „Freiheit für Deniz K.“

Mehr Infos findet ihr auf der Soli-Seite für Deniz: http://denizk.blogsport.de